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Pressemitteilung

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Profile der Ökumene können helfen

Leitender Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), auf dem Jahresempfang der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland in Bonn: Kirchengemeinschaft mit römisch-katholischer Kirche, orthodoxen Kirchen und Freikirchen als Ziel
Bonn/Hannover, den 11.06.2007

„Profile der Ökumene müssen nicht schaden, sondern können helfen.“ Diese Überzeugung hat der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), zum Ausdruck gebracht. Ohne einen klaren Standpunkt und ohne erkennbares Profil sei Ökumene nicht möglich, sagte der bayerische Landesbischof auf dem Jahresempfang der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland am 11. Juni in Bonn. In seinem Vortrag betonte Dr. Friedrich, dass er das Profil, das die lutherische Kirche und die lutherische Theologie in die gegenwärtigen ökumenischen Gespräche eintrügen, für „zukunftsweisend“ halte. Das lutherische Verständnis von Kirche sei „bewusst ökumenisch offen“. „Als Lutheraner können wir deshalb auch die Kirche Jesu Christi außerhalb der Grenzen unserer eigenen Kirche anerkennen: Einen Alleinvertretungsanspruch stellen wir nicht!“ Die ökumenischen Bemühungen zielten auf ein gemeinsames Verständnis des Evangeliums auf der Basis der Rechtfertigungslehre, die die Mitte der Bibel darstelle. Wenn mit anderen Kirchen dieses gemeinsame Verständnis des Evangeliums festgestellt werde, dann könne man untereinander Kirchengemeinschaft an Wort und Sakrament erklären und auch praktizieren. Die Lutheraner widersprächen, wo darüber hinausgehende Bedingungen für die Kirchengemeinschaft aufgestellt würden. „Dieses lutherische Ökumeneverständnis ist nicht bloße Theorie, sondern ökumenisch innovativ und tragfähig.“

Der Leitende Bischof bezeichnete die lutherischen Kirchen als „verlässliche ökumenische Partner“. Ökumene könne nicht zum Ziel haben, aus vielen Kirchen eine zu machen. Dies wäre schon deswegen ein völlig falsches Verständnis von Ökumene, weil die Einheit der Kirche längst da sei – in Jesus Christus selbst. Dr. Friedrich wies darauf hin, dass mit den Methodisten Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft erreicht sei, mit den Altkatholiken und Mennoniten eucharistische Gastbereitschaft, mit der anglikanischen Kirche von England begrenzte Kirchengemeinschaft bestehe. Hinzu käme u. a. die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre zwischen Lutherischem Weltbund und der römisch-katholischen Kirche. In den letzten Jahren und Jahrzehnten sei ökumenisch mehr erreicht worden als in den Jahrhunderten davor. „Doch das reicht uns nicht“, sagte Dr. Friedrich: „Wir wollen mehr erreichen, und wir wollen weiterkommen. Kirchengemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen, den Freikirchen – darauf gehen wir zu, so will es unser lutherisches Profil.“

Johannes Friedrich würdigte, dass sich derzeit die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen „auf einem guten Weg der Annäherung“ befänden. Die Kirchen der lutherischen Reformation sähen das nicht mit Argwohn, geschweige denn mit einem Gefühl der Eifersucht, sondern „wir freuen uns über jeden Schritt, den unsere christlichen Kirchen aufeinander zu gehen“.

Bonn/Hannover, den 11.06.2007


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