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In den skandinavischen Kirchen hat der "eine Kelch, über dem wir Dank sagen" (1. Korinther 10,16), die Gestalt eines Gießkelches. Aus ihm werden bei der Austeilung kleine Einzelkelche gefüllt. Die Abendmahlsgäste halten sie in der Hand und trinken sie nach dem Eingießen sogleich aus. So haben alle an dem einen Kelch teil. Dieses Zeichen geht verloren, wenn der Wein vorher in einzelne Kelche gegossen wird, die auf einem Tablett bereitstehen. Gemeinden, in denen der Gemeinschaftskelch auf zu große Bedenken stößt, können nach Beratung mit dem Bischof oder seinem Vertreter ggf. diesen Brauch übernehmen.
Wo einzelne Vorbehalte gegen den Gemeinschaftskelch haben, können sie nur das Brot nehmen. Auch unter dieser einen Gestalt empfängt der Glaubende die volle Gemeinschaft mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Kelchverzicht ist etwas anderes als Kelchentzug. Kelchverzicht wird verantwortlich nach eigener Entscheidung und aus Liebe zu den mitfeiernden Geschwistern geübt. Niemand wird ausgeschlossen.
Der Herr hat uns aufgetragen: "Trinket alle daraus." Deshalb kann das Eintauchen des Brotes in den Kelch (Intinctio) bei uns nicht zur üblichen Praxis der gesamten Gemeinde werden. Für manche ist aber diese Form eine Hilfe, ihre Bedenken zu überwinden.
In unserer Kirche wird das heilige Abendmahl nach Christi Stiftung und apostolischem Brauch mit Brot und Wein gefeiert. Nicht alle können Wein trinken. Aus Liebe zu ihnen wird auch Traubensaft gereicht. Für den sonntäglichen Gottesdienst braucht die Gemeinde aber eine Regelung, die von allen mitgetragen wird. Sie soll ermöglichen, daß neben dem Wein in der Feier auch Traubensaft verwendet werden kann.