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Was uns aktuell bewegt - Weltweite Partnerschaften

Asien

Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land

Seit vielen Jahren liegt ein Schwerpunkt der ökumenischen Arbeit der VELKD auf der Zusammenarbeit mit der Evangelisch- Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL). Leider ist auch im Blick auf die unmittelbare Vergangenheit festzustellen, dass sich die politische und wirtschaftliche Lage in Palästina weiter verschlechtert hat.

Humanitäre Nichtregierungsorganisationen, die in den besetzten Gebieten tätig sind - darunter auch der Lutherische Weltbund - warnten im Juli 2006 vor einer drohenden humanitären Katastrophe, wenn wirtschaftliche Sanktionen und militärische Operationen die palästinensische Bevölkerung weiter von der elementaren Versorgung im Blick auf Ernährung, Medizin und Bildung abschneiden.

Die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Problemlage wirkt sich auch auf die Existenz der Kirche aus. Die Migration der palästinensischen Bevölkerung nimmt wieder zu, wobei der Anteil der Christen - wie auch schon früher - verhältnismäßig höher als der der muslimischen Palästinenser liegt. Die im Mai 2006 durch den Obersten Gerichtshof Israels bestätigte Aufenthaltspolitik für die Stadt Jerusalem geht zu Lasten der arabischen Bevölkerung, insbesondere der arabischen Christen.

Schon jetzt ist die Jerusalemer Gemeinde der ELCJHL durch die Mauer geteilt; gemeinsame Gottesdienstfeiern und Gemeindeveranstaltungen sind nur mit hohem Aufwand zu verwirklichen und können nie alle Mitglieder wirklich einschließen. Die Arbeit des Gemeindepastors ist durch die langen Wegezeiten beim Überschreiten der Grenze sehr belastet.

Die wirtschaftliche Notlage, die sich durch die Sanktionen seit dem Regierungsantritt der Hamas nachhaltig verschärft hat, geht auch zu Lasten der Finanzkraft der ELCJHL. In den von ihr betriebenen Privatschulen, die zum Kern der gesellschaftlichen Arbeit der Kirche gehören, sind seit dem Frühjahr 2006 kaum noch Schulgelder eingegangen.

Die Hoffnung auf den Aufbau einer von überseeischen Partnern unabhängigen Finanzierung der Schularbeit ist unter den gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen unrealistisch. So war die finanzielle Zukunft der kirchlichen Arbeit auch ein herausragendes Thema auf der Partnerkonferenz der ELCJHL (COCOP) im Mai 2006. Es wurden dort auch Schritte vereinbart, um die Finanzverwaltung der Kirche weiter nach internationalen Standards fortzuentwickeln und nach Wegen zu suchen, auch über den Kreis der traditionellen Partnerkirchen hinaus Fördermittel für die kirchliche Arbeit einzuwerben.